Landyachtz Outlet // Hackbrett Fabrikverkauf

Boss Hawgs Insights Review

Ins Hawgs Lineup hat sich ein neues Wheel eingereiht, die Boss Hawgs. Seit Februar haben wir die Wheels ausgiebig getestet. Dieses Review beinhaltet neben meinen persönlichen Erfahrungen und Ergebnissen noch ein Interview mit dem Design Verantwortlichen der Rolle, Nick Breton. Nick erzählt uns etwas über den gesamten Entwicklungsprozess. Dazu gibt es ein paar Hersteller interne Infos und einen Überblick, wie viel Arbeit in die Entwicklung einer Rolle bei Hawgs gesteckt wird.

Boss Hawgs Concept Drawing


Spezifikationen:
Die Boss Hawgs kommen in drei verschiedenen Duros: 76a [blauer Kern], 78a [roter Kern] und 80a [grauer Kern]. Die Rolle hat einen Durchmesser von 70mm, einen Centre Set Kern und kommt mit angerauter Oberfläche. Die Auflagefläche beträgt 32mm und die Urethantiefe 12,25mm. Besonders ist: Der Kern ist breiter als die Auflagefläche. Damit sind die Boss Hawgs das erste Wheel auf dem Markt mit diesem Konzept. Entwickelt wurden sie zum Freeriden und Sliden.

Fahrverhalten:

Vorab sei gesagt, dass ich von Grund auf von der Rolle begeistert bin. Zum Einen bevorzuge ich schon immer weiche Rollen zum Freeriden und zum Anderen passen sie genau auf meinen Fahrstil. Anfangs war ich etwas skeptisch, da die Rolle auf dem KMFSU Core aufbaut und einige der ersten KMFSUs dazu neigten, eirig zu werden. Allerdings war diese Befürchtung völlig unbegründet. Seit Februar bin ich im Prinzip kein anderes Wheel gefahren. Das Resultat sind drei nahezu perfekt gecorte Sätze Wheels, und das, ohne viel Aufwand beim Rotieren zu betreiben. Selbst Teamkollege Koffer, der meist sehr rabiat und rücksichtslos mit seinen Rollen umgeht, hat weder eine Verformung, noch Flatspots reinfahren können. So schnell Coren geht vor allem zu Lasten der extrem rauen Spots hier im Schwarzwald. Von der Haltbarkeit kann ich keinen Unterschied zu den Mini Zombies feststellen, die ich fast ausschliesslich letzte Saison gefahren bin. Hier noch ein paar Beweisfotos:

Das Slideverhalten der Boss Hawgs ist meiner Meinung nach einzigartig. Ein nahezu perfekter Übergang von Grip nach Slide. Man kann tatsächlich unter voller Kontrolle eine Linie durch eine Kurve Sliden, die man als Ideallinie abfahren würde. Das Skateboard lässt sich fast driften wie ein Auto! Finde ich gnadenlos gut. Warum so weiches Urethan? Der Ansatz ist, dass man entweder mit einer harten Rolle über die Unebenheiten hinwegrutschen kann oder sich die Rolle an den Unebenheiten auflöst. Diesen letzten Ansatz wählen die Boss Hawgs. Dazu hat sich die weiche Mischung während der Testphase der Wheels stark bewährt. Ich könnte jetzt noch mehr über buttrige Slides und sanfte, sehr kontrollierbare Hook-Ups erzählen – mach ich aber nicht. Was sich Hawgs bei der Entwicklung gedacht hat, erfahren wir noch besser von dem Design Verantwortlichen Nick Breton. Er erzählt uns, was für Ideen bei der Entwicklung eingeflossen sind und welche Gene und Eigenschaften vom KMFSU Core stammen und warum. Bis dahin mein persönliches Fazit: Sauberer, sehr gleichmäßiger Slide, kein eisiges Verhalten, massig Kontrolle und weicher Hook-Up gepaart mit bisher einzigartigen Fahreigenschaften auf dem Markt. Insgesamt mein Anwärter für eine der Freeride Rollen überhaupt. Jetzt aber weiter zum Interview.

[Felix]: Hey Nick, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mit uns über die neuen Boss Hawgs zu reden.
[Nick]: Vielen Dank für die Gelegenheit, das zu tun! Wir sitzen schon so lange auf diesen Neuigkeiten, es ist top, dass wir damit endlich mal rausrücken können.

Kannst Du uns kurz etwas über Dich erzählen und was Deine Aufgabe bei Landyachtz ist?
Klar, ich bin in der Prärie von Alberta, Kanada aufgewachsen. Zwischen der Schule und Arbeit war ich schon immer im Downhillzirkus unterwegs und wusste schon früh, dass ich mich in einer Stadt niederlassen musste, die etwas näher an der Action ist. Nicht lang, nachdem ich nach Vancouver zog, hatte ich einen Job im Landyachtz Headquarter. Dort arbeite ich nun schon zwei Jahre und bin verantwortlich für die Produktentwicklung und das Team Management.

Nicht schlecht! Okay, lass uns zum Wesentlichen kommen: Die neuen Boss Hawgs.
Hah, all der Aufriss um eine Rolle? Nein, wir sind aus einem guten Grund so aufgeregt: „They’re boss!“

Was hat es mit dem Namen auf sich? Warum gerade „Boss“?
[…] Wir haben lang Späßchen drüber gemacht, aber sobald wir die Rolle zum ersten Mal gefahren sind war uns klar, dass der Name seine Berechtigung hat.

Wer hat sich die Rolle ursprünglich ausgedacht und wann war das?
Am Anfang steht Kyle Martin, da der Kern von ihm stammt. Nachdem wir seinen Kern in die Biggies eingepflanzt hatten, wurde uns klar, wie vielseitig und vorteilhaft ein breiter, unterstützender Kern ist. Bis zu diesem Punkt haben wir die Kanten der Rollen immer über den Kern hinaus gezogen. Das gab immer gute Resultate in Bezug auf Traktion und Grip. Ich glaube es war der Boss, Tom „Meatball“ Edstrand selbst, der sehen wollte, was passiert, wenn man den Kern breiter als die Auflagefläche macht. Ein wenig Drehbankarbeit und Zeit später war das Ergebnis da und seine Vermutungen wurden bestätigt. Wir begannen sofort damit die ersten Guss Formen zu entwickeln.

Welche Anforderungen sollte das Rollendesign erfüllen?
Simpel und einfach: Querfahren. Aber mit mehr Kontrolle, besserer Abnutzung und einem besseren Hook-Up. Wir wollten mit dieser Rolle durch die Bank weg bessere Ergebnisse, als es derzeit der Standard ist, erreichen.

Wie viel Zeit habt ihr in die Entwicklung gesteckt?
Ich glaube einen genauen Wert können wir hier nicht beziffern. Das Konzept existiert schon seit gut einem Jahr, als wir mit den Diskussionen und Zeichnungen begonnen hatten. Wie machten erstmal einen Satz. Das Feedback war sofort gut, also machten wir von dort weiter. Hawgs hat ein großes Netzwerk an Teamfahrern auf der ganzen Welt verteilt, also haben wir Prototypen ans Team verteilt und mit dem Feedback der Fahrer über die Monate alles weiter, hin zum finalen Design, optimiert.

Welche Schritte durchläuft so ein Entwicklungsprozess normalerweise bei Euch?
Eine der mit am wichtigsten Aufgabe ist es auf unsere Teamfahrer zu hören. Sie sind diejenigen, die die meiste Zeit auf vier Rollen unterwegs sind. Deshalb sind wir sehr dankbar über all ihren Input und ihre Ideen. Egal wie spassig oder lebendig eine Idee ist, wir nehmen die, die unser Interesse wecken und arbeiten mit diesen weiter. Ich arbeite sehr eng mit unserem hauseigenen Ingenieur, Aaron Brown, zusammen. Dort nehmen wir Input und Ideen und verwandeln sie in ein greifbares Produkt. Von dort an geht es über Einzelstücke, hin zu kleinen Vorproduktionsserien, über erneutes Feedback und Korrekturen. Wenn wir dann mal tatsächlich zufrieden sind, machen wir uns an die Serienproduktion und die Vermarktung.

Wie viele Vor Serien Modelle der Boss Hawgs gab es?
Angefangen haben wir mit einem Set. Als wir wussten, dass wir auf der richtigen Spur waren, machten wir sukzessive größere Serien, um sie unter mehr Fahrer zum Testen zu bekommen. Als dann die fertige Serienproduktion startet, hatten wir über 100 Sätze Rollen mit verschiedensten Farben, Härten, Formen und Zusammensetzungen gefertigt.

Wow. Stellt ihr einen Teil eurer Prototypen tatsächlich an der Drehbank her?
Anfangs ja. Unsere Drehbank ist eins der nützlichsten Werkzeuge in unserer Werkstatt. Dies vor allem, wenn es um die Bearbeitung von Rollen geht. In diesem Fall hatten wir das Glück, schon eine Centre Set Rolle, mit dem FSU Kern, in der Produktion zu haben. Auf Basis dieser Rollen haben wir angefangen zu schnibbeln und zu schleifen. […]

Unterscheidet sich das fertige Produkt von den ersten Ideen?
Ja, das tut es. Das Profil der Lippe und Rollenwand zu erstellen war ein essentieller Teil im Entwicklungsprozess der Boss Hawgs.

Habt ihr eigens für die Boss Hawgs eine neue Urethan Formel entwickelt?
Während wir mit unseren bestehenden Zusammensetzungen anfingen, gingen wir während der Entwicklung durch verschieden Revisionen dieser bis wir tatsächlich zufrieden waren. Heraus kam eine neue Zusammensetzung, die uns so sehr gefällt, dass wir sie auch in den neuen KMFSUs benutzen.

Warum habt ihr die traditonelle Hawgs Skala verlassen und bei einer eher weichen und zum Sliden ungewöhlichen Härte von 76a angesetzt?
Eine kurze Fahrt verrät es sofort. Wir waren überwältigt wie sauber und leicht die 76a zum Ausbrechen zu bekommen waren. Es machten fast keinen Sinn, da sie so weich waren. Dies ist die erste Rolle, die wir in diesen 76a anbieten. Die weichsten Boss Hawgs erlauben es etwas mehr Geschwindikeit abzusliden und rutschen außerdem wie fluffige, aufgeschlagene Sahne unter dem Brett.

Warum habt ihr den FSU Kern benutzt und wie beeinflusst der Übergang vom Kern zum Urethan das Slideverhalten und die Abnutzung?
Der FSU Kern war der erste seiner Art und hat sich als vielseitig und vorteilhaft Einsetzbar erwiesen. So sehr, dass sogar andere Hersteller anfangen, breite, im Profil flache Kerne einzusetzen. Es gibt einfach so viel, wo man sie nutzen kann. Die Art und Weise, in der der FSU Kern die Rolle stützt und Energie über die Rolle verteilt ist der Grund, warum wir sie für die Boss Hawgs genommen haben. Normalerweise sind Kerne schmal und haben eine oder mehrere Spitzen, die in das Urethan hineinstehen. Der FSU Kern ist breit und steht gleichmäßig und nur kurz ins Urethan. Kombiniert man dies mit der schmalen Auflagefläche der Boss Hawgs, bekommt man eine extrem gleichmäßige Druckverteilung auf der Rolle und auch der Straße. Das Resultat dieser Kombination ist ein sanfter Übergang von Grip nach Slide. Zusätzlich erhält man, durch die Unterstützung des Kerns, eine gleichmäßige Abnutzung. Die Kräfte, die auf die Auflagefläche einwirken, sind tatsächlich an jeder Stelle gleich.

Bist Du glücklich mit dem Resultat?
Wenn nicht, wären sie noch nicht auf dem Markt.

Habt ihr schon was neues in Planung?
Immer, ansonsten hätte ich keine Anstellung mehr 😉 Bretter, Achsen, Rollen – es ist immer was los im Hause Landyachtz.

Nick, vielen Dank für Deine Zeit und die interessanten Infos über euren Entwicklungsprozess – weiter so! Unter dem Link findet ihr das Interview im Original. Cheers und viel Spass beim Rutschen.
Felix

Interview Nick Breton Boss Hawgs

Boss Hawgs Insights Review

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.